Über Franziska Fleischmann

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Die Kunst und die Wissenschaft

Am Abend des 26. April 2018 trafen sich Mitglieder von fim Berlin-Brandenburg mit Leonie Baumann, der Rektorin der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Der Fokus lag auf der »Rolle der Frau« – diesmal in der Branche Kunst & Wissenschaft. Eine kleine, feine Runde, die einen tiefer gehenden Dialog ermöglichte.

Bevor Leonie Leonie Baumann mit ihren Ausführungen begann, stellten sich die Teilnehmerinnen ausführlich. Selbst langjährige fim Mitglieder staunten, welche »Perlen« bei fim aktiv sind, wie unterschiedlich die berufliche Entwicklung in verschiedensten Branchen verliefen und wie ähnlich die Frauen im fortgeschrittenen Berufsleben grundlegende Änderungen vollzogen hatten. Unpassende Randbedingungen im Berufsleben, in der Führung, in der Branche, Erwartungen an die Frauen, die sie nicht (mehr) erfüllen wollten, morgens noch »in den Spiegel schauen können« – das waren Gründe für Veränderungen – zu mehr Selbstbestimmtheit für die Frauen in ihren jeweiligen Funktionen.

Leonie Baumann selbst fand per Zufall zu ihrem Schwerpunkt im Leben – durch ein Praktikum und durch ehrenamtliche Tätigkeit, die die Initialzündung »Kultur gehört zu unserem Selbstbewusstsein« für sie war und sie geprägt hat. Schon seit den 70-er Jahren entwickelten sich die Themen »Frauen & Gleichberechtigung & Diskriminierung« zu ihrer Herzensangelegenheit. Seit sieben Jahren leitet sie die Kunsthochschule Weißensee mit ihren 850 Studierenden als Rektorin. 60 bis 70 % aller Professuren wurden seitdem neu besetzt und seit drei Jahren herrscht in diesem Bereich Gleichstellung. Dank Leonie Baumann und ihres unermüdlichen Einsatzes, geeignete Frauen zu finden und zu fördern. Das macht sich bemerkbar.

Trotzdem stellt sie sich die zentrale Frage: Wo bleiben die Frauen nach dem Studium? 60 – 70 % aller Studierenden an der Kunsthochschule sind Frauen. Leonie Baumann führt an, dass in Auswahlgremien immer noch hauptsächlich Männer vertreten sind. Und diese »auch nur selektiv wahrnehmen«. D.h. dass sie Frauen einfach nicht sehen bzw. sie anders bewerten. Man schaue einfach mal in Kunst/Wissenschaft-Nachschlagewerke: »Frauen rutschen durch die Roste.« Es wird so getan, als gäbe es keine wichtigen und erfolgreichen Frauen in Kunst und Wissenschaft. Die meisten Förderprogramme sind auf männliche Biografien ohne Kinder ausgerichtet.

Es gibt aber Möglichkeiten, Frauen zu fördern: Als Mitglied in der Jury »Kunst am Bau« sorgte Leonie Baumann für die Anwendung gleicher Kriterien für Frauen und Männer. Sie setzte sich für anonyme Bewerbungsverfahren für Bauprojekte ein. Das wurde seit Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre normal und steigerte die Erfolgsaussichten für Frauen enorm.

Leonie Baumann nutzt als Rektorin ihren Einfluss für das Thema Gleichstellung an der Kunsthochschule – die Stellschrauben:

  • paritätische Besetzung von Berufungsfunktionen
  • paritätische Besetzung von Auswahlfunktionen
  • Vorgaben bei der Vergabe von Stipendien, die dem %-ualen Anteil von Frauen im Studium entsprechen müssen
  • %-ualer Anteil von Frauen bei Preisverleihungen
  • %-ualer Anteil von Frauen bei der Vergabe von Atelierplätzen
  • Podiumsdiskussionen mit Frauen besetzen

Nur 5 bis 6 % aller Künstlerinnen können von ihrer Kunst leben. Das ist seit den 70-er Jahren so. Deshalb wünscht Leonie Baumann ihren jungen Kunst-Studentinnen, dass sie reine Lebenskünstlerinnen werden sowie ihre innere Spannung und Haltung bewahren, etwas produzieren zu müssen, was sie gerade bewegt.

2019-07-05T07:28:30+02:00Juni 13th, 2019|

Rückgrat und Durchsetzungsvermögen

Interview von Gabriele Lange, fim Frauen im Management e.V. Stuttgart, mit Kim Renkema, Sportdirektorin bei Allianz MTV

Kim, als frischgebackene Deutsche Meisterin im Volleyball sind Sie am 22.05.2019 bei fim in der Stuttgarter Börse zu Gast. Was reizt Sie an einem Vortrag für fim?

»Die Zielgruppe ist für mich sehr interessant und ich möchte meine Erfahrungen gerne mit anderen teilen.«

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Job?

»Die Vielseitigkeit. Kein Tag ist gleich. Die Aufgaben variieren vom Marketing über das Sponsoring, den Ein- und Verkauf von Spielerinnen bis hin zum Management.«

Wie beschreiben Sie beruflichen Erfolg?

»Beruflicher Erfolg ist für mich, das machen zu können, was mir am meisten Spaß macht. Von meinem Hobby leben zu können ist für mich Erfolg. Wenn wir die Ziele, die sich der Verein setzt, mit der Mannschaft erreichen.«

Würden Sie sagen, dass es einen Unterschied macht, dass Sie eine Frau in einer Führungsposition sind?

»Als Frau muss man sich oft immer noch etwas mehr beweisen. Umso schöner ist es, wenn es klappt. Die Sportwelt ist immer noch eine von Männern dominierte Welt. Als Frau braucht man Rückgrat und Durchsetzungsvermögen.«

Welche Schwierigkeiten gab es auf Ihrem Erfolgsweg? Und wie haben Sie diese gemeistert?

»Ein Standing kreieren, bei dem man akzeptiert und anerkannt wird. Mit Entscheidungskraft und Geduld. Nur wenn jemand selbst überzeugt ist von seiner Strategie kann man andere davon überzeugen.«

Würden Sie anderen Menschen empfehlen, auch diesen Weg zu gehen?

»Definitiv. Wenn es dein Traum ist kannst du diesen erfüllen. Mit harter Arbeit und Leidenschaft.«

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen heute?

»Setzte dich ein für das, was du erreichen willst. Lass dich nicht von anderen überreden. Gehe deinen Weg. Harte Arbeit, Durchsetzungsvermögen und einmal mehr aufstehen, als dass man gefallen ist.«

2019-07-05T07:20:49+02:00Mai 31st, 2019|

Ein Abend bei SeitenWechsel®

fim Hamburg zu Gast bei SEITENWECHSEL® in der Patriotischen Gesellschaft von 1765

Es war ein sehr informativer und bereichernder Abend mit interessierten Frauen aus den unterschiedlichsten Berufen und einer beeindruckenden Silke Gladfeld, als ehemalige Teilnehmerin, und einer überzeugenden Elke Sank, die als Programmleiterin das Konzept vorstellte:

  • Regelmäßige bundesweite Informations-Veranstaltungen
  • Gemeinsamer Markt-Tag als Kick-Off Veranstaltung für die Teilnehmer*innen, an dem die Einrichtungen sich vorstellen und die Tandems sich finden (ca. 12) an 6 Standorten in Deutschland
  • Eine Woche in der Einrichtung (mit fester Ansprechperson und vorbereitetem Plan) aber ohne Rolle und Funktion. ‚Man muss sich drauf einlassen‘
  • Transfer-Tag am Ende, an dem die ‚Probanden‘ berichten und sich austauschen

Es gab auch kritische Fragen, zum Beispiel ob die Teilnehmer*innen aus der Führungsebene der Wirtschaft nicht eher aus ‚Eigennutz‘ einen Blick in den ‚Zoo-Käfig‘ wagen und was hierbei der Mehrwert für die sozialen Einrichtungen sei.

Die Diskussion ergab, dass dieses 1wöchige Eintauchen in die Lebenswelten von sozialen Einrichtungen wie Wohnungslosenhilfe, Justizvollzugsanstalt, Psychiatrie, Behinderten-Wohngemeinschaften u.v.m., auch Spuren in dem eigenen Lebens- und Wirkungs-Kosmos und in der Akzeptanz von anderen Lebenswelten hinterlässt. Die  eigene Rolle bleibt draußen, man geht ohne Führungsrolle, ohne Fachkompetenz, ohne bekannte Regeln, ohne konkrete Aufgaben in dieses unbekannte Umfeld. Und öffnet so die Perspektiven, verändert die Sichtweisen und das Rollenverständnis. ‚Es verändert den Blick. Es macht etwas mit mir‘.

Und – die teilweise 20jährige Kooperation mit den Einrichtungen zeigt, dass nicht nur die Einrichtungen (sie erhalten 700,- € von den 2.500 € ‚Seminar-Kosten‘), sondern auch die Klient*innen diese, wenn auch nur kurzzeitige, Aufmerksamkeit begrüßen. Und langfristig wirken die Teilnehmer*innen selber mit ihren eigenen positiven Erfahrungen als Multiplikator*innen in ihrem jeweiligen Umfeld.

SeitenWechsel® ermöglicht in Hamburg der Führungsebene der sozialen Einrichtungen, einen 1wöchigen (kostenlosen) Perspektive-Wechsel in kommerzielle Unternehmen.

Wir danken Elke Sank und Nina Carstensen für diesen aufschlussreichen und diskussionsfreudigen Abend.

Weitere Informationen zu dem Programm unter http://www.seitenwechsel.com

Foto: Sabine Wendler

2019-07-05T07:27:38+02:00Mai 23rd, 2019|

Verschläft die Wirtschaft die Chancen der Diversität?

Auf dem Podium im Europäischen Hansemuseum in Lübeck diskutierten am 25. April 2019 Tijen Onaran von Global Digital Women, Magdalena Rogl von Microsoft Deutschland und Robert Franken, Berater für Digitalisierung und Diversität mit Moderator Prof. Dr. Christian Berg von der Universität zu Kiel, warum Diversität in Unternehmen wichtig ist und wie sie erreicht werden kann.
Monokulturen führen langfristig zu Problemen, wie wir sie zum Beispiel aus der Landwirtschaft kennen. In deutschen Vorständen gibt es mehr Männer mit dem Namen ‚Thomas‘ als Frauen. Es hat sich herausgestellt, dass die Trägheit für Veränderungen in Unternehmen mit dem Fehlen von Diversität korreliert.

Diversität ist anstrengend für Unternehmen, aber anders als im Sport kann man sie nicht trainieren. Stattdessen kann Empathie trainiert werden, sich in andere Menschen hineinversetzen und die eigenen Privilegien erkennen. Wie schafft man ein Bewusstsein über die Situation anderer Menschen? Nur indem man auch mit jenen spricht, die anders sind und eventuell auch andere Ansichten haben.

Um Unternehmen für Diversität zu gewinnen, braucht es Vorbilder und Role Models, aber auch Kennzahlen, die den wirtschaftlichen Vorteil transparent machen. Andererseits haben Unternehmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung, diskriminierende Verhältnisse zu beseitigen. Trotzdem sollte in Diskussionen die strukturelle Benachteiligung von Frauen getrennt werden von den Vorteilen von Diversität.

Nicht zu vergessen die Verantwortung der Männer für Feminismus. Auch wenn Männer z.B. in Führungspositionen die Norm und als solche privilegiert sind, sollten sie die Diskriminierung von Frauen erkennen und sich für deren Beseitigung einsetzen.

Von allen Podiumsteilnehmer*innen kam Zustimmung zum Appell an die Frauen, die Augen bei der Partnerwahl offenzuhalten, da sie zur wichtigsten Entscheidung für die eigene Karriere werden kann.

https://www.hansemuseum.eu/veranstaltungen/
https://global-digital-women.com/team/
https://news.microsoft.com/de-de/exec/magdalena-rogl/
http://www.male-feminists-europe.org/who-we-are/initiators/

Fotografin: Dariela Minoso Rodriguez
Auf dem Foto von links nach rechts: Prof Dr Christian Berg, Tijen Onaran, Magdalena Rogl, Robert Franken

2019-07-06T12:43:44+02:00Mai 2nd, 2019|

Verleihung des Helga Stödter Preises für Mixed Leadership

Was für eine beeindruckende Veranstaltung am 8. April 2019 in der Handelskammer Hamburg.

Über 350 Teilnehmer*innen waren der Einladung der Handelskammer, der Helga Stödter Stiftung und der unterstützenden vier Frauenverbände gefolgt. Zum 8. Mal wurden Unternehmen geehrt, die sich für ein ausgewogenes Verhältnis für Frauen und Männer in Führungspositionen einsetzen.

Diesjährige Gewinnerinnen sind die Beiersdorf AG, die ihren Frauenanteil auf den ersten beiden Führungsebenen seit 2015 von 36 auf 43 Prozent gesteigert hat. Die Commerzbank AG, die vor allem für ein hierarchieübergreifendes Frauennetzwerk des Unternehmens (170 Mitglieder in HH) gewürdigt wurde und die Dentsu Aegis Network Germany GmbH, bei der der Frauenanteil auf allen Führungsebenen bei 55 % liegt.

Besonders freuen sich die Unterstützerinnen von fim, dieses Frauennetzwerk wurde vor 32 Jahren von Dr. Helga Stödter gegründet.

Auf dem Foto Christine Backhaus und Bärbel Jacob vom fim Vorstand und Sabine Wendler und Marion M. Lietke von der fim Regionalleitung Hamburg mit den diesjährigen Preisträger*innen.

Foto: © Handelskammer Hamburg / Ulrich Perrey

2019-07-06T12:45:24+02:00April 14th, 2019|

fim e.V. öffnet Türen – heute die Tür der Freimaurerloge Ludwigsburg

Die Mitglieder der fim Regionalgruppe Stuttgart waren am 13. April 2019 zu Gast in der Freimaurerloge Ludwigsburg. Nach einem herzlichen Empfang des „Großmeisters zum Stuhle“ und 2 seiner Logenbrüder gab es einen inspirierenden Einblick in die jahrhundertalte Geschichte der Loge inkl. der temporären Zwangsauflösung während der Nazizeit. Wir durften das berühmte Freimaurer-Ritual erleben, in die Symbolik der geheimen Gesellschaft eintauchen und tatsächlich viele inhaltliche Gemeinsamkeiten der Freimaurer und fim feststellen.

2019-06-13T07:55:38+02:00April 14th, 2019|

Lesung „Ich will mich nicht verstecken“

Am 12.03.2019 gab es für fim-Hannover eine besondere Veranstaltung an einem besonderen Ort: Vanessa Münstermann, in Hannover bekannt geworden als das Säureopfer, las für uns aus ihrem Buch „Ich will mich nicht verstecken“ im Theater in der List. Die Einnahmen aus diesem Abend gingen komplett an den von ihr gegründeten Verein „AusGezeichnet e.V.“. Es war ein ganz besonderer, bewegender Abend, an den sich jede Teilnehmerin mit Sicherheit noch lange erinnern wird. Vanessa Münstermanns offene und offensive Art, mit ihrem Schicksal umzugehen und die Zukunft positiv anzugehen, hat uns stark beeindruckt.
Wir bedanken uns bei Vanessa Münstermann für die Lesung aus ihrem Buch „Ich will mich nicht verstecken“. Es war ein ganz besonderer, bewegender Abend. Vanessa Münstermanns offene und offensive Art mit ihrem Schicksal umzugehen und die Zukunft positiv anzugehen hat uns stark beeindruckt.
2019-09-07T07:06:18+02:00März 18th, 2019|

„Engagierte Frauen für Europa!“

fim-Hannover beim Empfang im niedersächsischen Landtag

Gern folgte die fim-Regionalgruppe Hannover der Einladung der Präsidentin des niedersächsischen Landtags, Dr. Gabriele Andretta, zum Empfang im niedersächsischen Landtag am Internationalen Frauentag am 8. März. Kurz vor der Europawahl stand dieser unter dem Motto: Wie hat die Europäische Union die Gleichstellung von Männern und Frauen vorangetrieben?

Rund 100 Jahre nach Beginn der Frauenbewegung in Europa sei noch viel zu tun, sagte Andretta. Dem stimmt fim voll und ganz zu und wird sich daher auch künftig engagiert für die Chancengleichheit von Männern und Frauen im Beruf einsetzen!

2019-08-10T12:13:37+02:00März 9th, 2019|

Das Phänomen „Glasklippe“

Am 26. Februar 2019 trafen sich weibliche Führungskräfte aus dem Netzwerk der fim Regionalgruppe Stuttgart in der Börse Stuttgart zum Austausch über ein bisher kaum erforschtes Phänomen: Frauen werden häufig dann auf oberste Führungspositionen berufen, wenn diese risikobehaftet und prekär sind. Die Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs ist damit höher.

Diese noch relativ unbekannte Dynamik wurde zuerst von Wissenschaftlerinnen der Exeter Universität untersucht. Weitere Professorinnen aus dem angelsächsischen Raum haben sich dem Forschungsprojekt der Glasklippe inzwischen angeschlossen. Im Rahmen eines sehr lebhaften Austauschs mit Dr. Nadine Tchelebi, Gastdozentin an der University of the West of England und Senior Beraterin bei In Stability Hannover, diskutierten die Gäste, wie es zu „Glasklippen“ kommt und was frau tun kann, um einen Misserfolg zu vermeiden. Die Damen im Publikum berichteten von ihren eigenen Erfahrungen, es wurde viel gelacht und in lockerer Atmosphäre die eine oder andere selbst erlebte Begebenheit ausgetauscht.

Ein wunderbarer Abend mit vielen neuen Erkenntnissen.

2019-07-06T12:46:59+02:00Februar 28th, 2019|

Neujahrsempfang im Weingut Herzog von Württemberg

Der Einladung der fim Stuttgarter Regionalgruppe zum Neujahrsempfang auf der Domäne Monrepos in Ludwigsburg folgten nicht nur Mitglieder, sondern auch Interessentinnen in großer Zahl. In einem wunderbaren Ambiente führte Frau Krügele vom Weingut Herzog von Württemberg charmant durch den Abend. Es wurde hervorragender Wein mit erlesener Schokolade verkostet und reichlich „genetzwerkt“, was für ein gelungener Jahresauftakt!

2019-07-06T12:49:58+02:00Januar 17th, 2019|