Aktualität und
Austausch

Doppelt führt besser – Shared Leadership

Die Vereinigung für Frauen im Management e.V. – fim – feierte den 100. Geburtstag ihrer Gründerin Helga Stödter und lud zu diesem Anlass am 9. September 2022 zur Podiumsdiskussion mit Carola Garbe und Catherine Koffnit, Deutsche Bahn AG sowie Nadine Bartenschlager und Catherine Niebuhr, Nivea Beiersdorf zum Thema »Shared Leadership« in den Occhio Flagship Store in Hamburg.

Geteilte Führung ist in aller Munde, die Deutsche Bahn, Edding und Beiersdorf leben es vor. Beim Jobsharing teilen sich Arbeitnehmer*innen bei individueller Arbeitszeitaufteilung eine Rolle. Selbst komplexe Jobs, anspruchsvolle Positionen und Führungsaufgaben, die in Teilzeit kaum denkbar wären, lassen sich im Jobsharing bewerkstelligen. Dass einer Karriere nichts im Wege steht, beweisen auch zwei Tandems in Positionen mit Personalverantwortung, die fim zur Podiumsdiskussion gewinnen konnten: Catherine-Marie Koffnit ist Juristin, seit 12 Jahren im DB Konzern in HR Funktionen – Carola Garbe studierte Wirtschaftsingenieurin und seit 40 Jahren im DB Konzern. Gemeinsam waren sie seit 2018 Leiterinnen HR Management im Jobsharing der DB Netz AG. Seit 2021 sind sie im Jobsharing Ombudsfrauen des DB Konzerns. Für beide war nach dem erfolgreichen Konzept klar: es geht nur gemeinsam mit uns weiter. Motivation für das Modell zum Start, war für beide der Wunsch nach mehr freier Zeit. Wenn damit auch ganz klar ein geringeres Einkommen verbunden war.

Nadine Bartenschlager und Catherine Niebuhr sind seit Mai 2022 das erste Team auf Geschäftsleitungsebene bei Beiersdorf Nivea. Gemeinsam tragen sie den Namen CaN und nehmen als Führungstandem die Position als Marketing Director Management Unit Germany ein. Insgesamt arbeiten in der Beiersdorf AG rund 40 Tandems auf unterschiedlichsten Ebenen davon 20 in Führungsverantwortung (2019 erhielt das Unternehmen den Helga Stödter Preis der Stiftung für Mixed Leadership). Beide sind Beiersdorf-Gewächse, seit 20 Jahren im Unternehmen und Freundinnen. Beide Frauen haben Kinder im Grundschulalter. »Wir sprechen immer von WIR und niemals von ICH«, so das Führungsduo. Dass die beiden zwei getrennte Personen sind, wurde von manchem Kollegen schon als »optische Täuschung« bewertet – so arbeiten die beiden mit einer gemeinsamen Mailadresse.

Moderiert wurde die Runde von Antje Diller-Wolff. Die Zuhörerinnen haben das Erfolgsrezept von den Doppelspitzen erfahren: eine klare Auftragsklärung zum Start mit offenen und ehrlichen Antworten auch zu Fragen wie: »Kommst Du auch mit dem geringeren Einkommen klar?«, »Was sind Deine Ziele und Karrierepläne?«, »Bist Du bereit, Alphatier zu sein und gleichzeitig Dein Ego zu einem gemeinsamen Wir einzutauschen?« Beide Paare haben berichtet wie hilfreich die Unterstützung und Begleitung durch einen Coach war.

Einigkeit herrschte auch bei der Frage, was der Gewinn der Konstellation ist: Mehr freie Zeit für die Einzelne und auch an der Spitze nicht allein zu sein, einen Partner an der Seite zu haben, der Sparringspartner und Kritiker zugleich ist. Kurzum mehr Zufriedenheit und genau das strahlen beide Paare auch aus. Für die Unternehmen und vor allem die Teams liegt der Gewinn in der Output- und Qualitätssteigerung. Fazit war auch: Jobsharing ist kein ‚Mutti-Modell‘ mehr, sondern ein Arbeitsmodell für Männer und Frauen.

Gastgeber war der Bundesvorstand von fim mit der Regionalgruppe Hamburg. Organisatorin der Diskussion war Carmen Wittmer, die als Vorstandsvorsitzende von fim e.V. den Verein bundesweit vertritt. »Unsere Mission ist es, ambitionierte Frauen in Führungspositionen durch unser Netzwerk zu fördern. Geteilte Führung ist ein Instrument, um es Frauen aber auch Männern in den Führungsetagen leichter zu machen. Denn letztendlich geht es um einen Wertewandel und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für uns alle.«, so Wittmer.

Fotos: © 2022, Sabine Wendler, Hamburg, auf dem Podium sind zu sehen (von links nach rechts): Carmen Wittmer, Catherine Koffnit, Carola Garbe, Catherine Niebuhr, Nadine Bartenschlager und Antje Diller-Wolff M.A

Pressemitteilung herunterladen (4,5 MB)

2022-09-20T13:29:41+02:00September 20th, 2022|

Arbeit in Zeiten von Corona: Geschlechterunterschiede und Handlungsempfehlungen

In seinem virtuellen Vortrag am 15. Juni 2022 stellt der Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Hannes Zacher von der Universität Leipzig Ergebnisse einer Langzeitstudie zwischen Dezember 2019 und Juni 2022 vor. Dabei wurde insbesondere der Umgang mit Stress während der Coronapandemie untersucht. Berufstätige Frauen hatten zu Beginn der Pandemie ein höheres Stressempfinden als berufstätige Männer – und sie erlebten das Arbeiten in dieser Zeit stärker als Bedrohung und als Herausforderung. Interessanterweise war das Stressempfinden von Frauen höher, obwohl sie größtenteils effektivere Bewältigungsstrategien als Männer während der Pandemie nutzen, z.B. mehr aktives Problemlösen, emotionale Unterstützung und weniger Alkohol- und Drogenkonsum.

Frauen können aktiv mit Problemen umgehen und auch schwierige Situationen positiv neu bewerten. Gute Gründe, Frauen in Führung zu bringen. In allen Positionen, auf allen Führungsebenen.

Foto: © Universität Leipzig/Swen Reichhold

2022-06-20T17:43:00+02:00Juni 20th, 2022|

„Es geht eine wunderbare Kraft von Frauen aus, die sich einig sind und zusammenstehen.“

„Wenn ich begeistert oder empört bin, kann ich am besten arbeiten.“ Helga Stödter (1922 — 2011)

Sie war durchsetzungsstark, mutig und streitbar – die Rechte von Frauen waren das große Lebensthema der Wahl-Hamburgerin. In den 1960er Jahren setzte sie sich für eine bessere Stellung der Frau im Familienrecht ein, für eine gesetzliche Absicherung alleinerziehender Frauen und nichtehelicher Kinder, sie war beteiligt an der Reform des Scheidungsrechts und brachte die Einführung der Unterhaltsvorschusskasse auf den Weg – ein Hamburger Modell, das in der Bundesrepublik bis heute Bestand hat.

Sie wünschte sich eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer gemeinsam und gleichberechtigt die wichtigen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Kultur treffen. Dafür hat sie sich engagiert und ihre Stiftung gegründet. Bereits in den 1980er Jahren war sie überzeugt, dass gemischte Führungsteams erfolgreicher, stärker und innovativer sind. Sie wollte mehr Frauen auf den Chefetagen.

Ihr Erbe ist der „Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg“. Er feiert dieses Jahr sein zehntes Jubiläum. Diese gemeinsame Initiative mit der Handelskammer Hamburg wird bis heute unterstützt von Frauen-Netzwerken, die Stödter selbst gründete, oder denen sie nahestand: EWMD, fim, VdU, ZONTA. In den vergangenen zehn Jahren wurden über zwanzig Hamburger Unternehmen ausgezeichnet, die sich vorbildlich für gemischte Führungsstrukturen einsetzen. Der Preis möchte Mixed Leadership sichtbar machen und stärken.

Wir denken mit dankbarer Wertschätzung an diese außergewöhnliche Streiterin für die Rechte der Frauen. Die promovierte Volkswirtin, Juristin, Pflichtverteidigerin bei den „Rastatter Prozessen“, Stifterin, Ehefrau und Mutter von drei Töchtern engagierte sich ihr Leben lang für Gleichstellung und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Es war ihr ein großes Anliegen, dass Frauen sich in Netzwerken verbinden: „Es geht eine wunderbare Kraft von Frauen aus, die sich einig sind und zusammenstehen.“

Termine anlässlich des 100. Geburtstags von Helga Stödter:

Am 13. März 2022, um 19.30 Uhr, sendet das NDR Fernsehen Hamburg Journal in „Hamburg Damals“ einen Bericht über Helga Stödter.

Am 8. September 2022 findet die zehnte Verleihung des „Helga-Stödter-Preises der Handels­kammer Hamburg“ statt (Bewerbungsfrist bis 30. April 2022) mit Eröffnung einer Ausstellung über das Wirken von Helga Stödter (bis Ende Oktober 2022 in der Handelskammer).

Foto: Margit Tabel-Gerster
Kontakt: Ulrike v. Sobbe, uvonsobbe@helga-stoedter-stiftung.de

Pressemitteilung zum 100. Geburtstag von Helga Stödter am 9. März 2022

2022-06-20T18:02:05+02:00März 8th, 2022|

Erfolgreich, mutig, inspirierend und wirklich überzeugend

Am 24. Januar 2022 überzeugte ›Kasia‹ im fim Talk als leidenschaftliche Unternehmerin, die ihre Chance ergriff und ihren Traum lebt. Als Visionärin, die den pandemie-bedingten Veränderungen tatkräftig neue Strategien entgegensetzt. Als inspirierende Frau, die ›Stärke‹ neu definiert und dabei auf einer eigenen Klaviatur spielt. »Man muss sich auch an die Machtspiele erst einmal gewöhnen.«

›Kasia‹ hat eine eigene Haltung und steht für Themen ein, die ihr wichtig sind. Die Marke Emotion weiterentwickeln aber nur in Bereichen, die wirklich zu Emotion passen. Das Inspring Network weiter aufbauen, als modernen Wegbegleiter für kluge Frauen, die sich weiterentwickeln wollen.

»Es ist wichtig, eine Vision zu haben. Aber es ist auch wichtig, an sich selbst zu glauben.« – »Ich entscheide selbst, ob ich liegen bleibe oder aufstehe.« – »Es geht ums Netzwerken und gemeinsam arbeiten. Gemeinsam ist man einfacher stärker.« – »Man muss das Licht anderer nicht auspusten, um selbst heller zu leuchten.« – »Man muss sich auch an die Machtspiele erst einmal gewöhnen.«

Ihre Kindheit und Jugend als Migrantin haben sie geprägt. Sie ist ihren eigenen Weg konsequent gegangen. Mutig, neugierig, flexibel und lernfähig.

Ihre Philosophie: »Jede von uns ist ganz einzigartig und es ist schön, sich von anderen inspirieren zu lassen. Aber es ist wichtig, man selbst zu sein und zu wissen, dass man stark ist. Ich kann alles erreichen was ich will, wenn ich an mich selbst glaube.«

Ihre Strategie: Nicht nur die Marke Emotion weiterentwickeln, sondern auch ein inspirierendes Netzwerk für Frauen aufbauen, das auf allen medialen Kanälen unterwegs ist.
– Ein eigener Podcast: Wo wollen mich die Leserinnen sehen? Da muss ich sein.
– Hot Bowl: Innovatives Content-Angebot. Tagesaktuelle relevante News aus weiblicher Sicht.
– Women’s Day: Fortbildung & Festival auf höchstem internationalem Niveau.

Ihr Rat: Eigene Wege gehen. Ermöglichen. Ermutigen. Eigene Träume verwirklichen.

Ihr Anspruch: Wir sind echt, wir sind authentisch, was wir sagen, das leben wir auch.

Die Rolle der Medien hinsichtlich Gleichberechtigung: Wir haben eine tragende Rolle, müssen immer wieder auf die Missstände hinweisen.

Die Quote: Sie hilft uns, schneller voranzukommen. Davon bin ich inzwischen überzeugt. Ohne Selbstverpflichtung geht es nicht.
In ihrem Verlag: Wir haben 2 Männer und 55 Frauen, wir brauchen eher eine Männerquote. Wir müssen noch ein bisschen diverser werden.

Frauen: Wichtig ist, dass wir uns selber für unsere Rechte stark machen, dass wir die Chancen, die sich eröffnen, die Netzwerke und Kontakte, die wir haben, nutzen. In allen Bereichen der Gesellschaft. Wir Frauen müssen uns gegenseitig empowern, unseren eigenen Weg zu gehen, denn es braucht so viele verschiedene Frauen, damit sich die Welt verändert und diverser wird. Es gibt schließlich nicht die ›eine‹ Art von Frauen in Führungs-Positionen.

Da schließt sich der Kreis zu fim e.V. und wir sagen Danke Kasia. Gründerin Dr. Helga Stödter: »Es geht eine unheimliche Kraft von Frauen aus, die sich einig sind und zusammenstehen.«

Illustration: Britta van Hoorn
http.//www.erfolgreich-visualisieren.com

2022-03-01T14:18:34+01:00Februar 25th, 2022|

Martina Fietz (1959 – 2022)

Wir trauern um unser ehemaliges Vorstandsmitglied und langjähriges Mitglied unseres Vereines

Martina Fietz

die im Alter von 62 Jahren verstorben ist.

Martina Fietz war von 2018 bis 2021 Stellvertreterin im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung unter Regierungssprecher Steffen Seibert und vertrat die CSU im Team der Regierungssprecher. Zuvor berichtete sie über lange Jahre für verschiedene Zeitungen und Onlinemedien aus der Hauptstadt und war in dieser Funktion immer wieder zu Gast in Funk- und Fernsehsendungen.

Schon während des Studiums der Geschichte und Politik war die gebürtige Oberhausenerin als freie Mitarbeiterin bei der „Neuen Ruhr Zeitung“ sowie bei WDR und ZDF tätig. Nach einem Volontariat im Axel-Springer-Verlag ging sie zur Tageszeitung „Die Welt“ in Bonn und wurde ab 1991 Parlaments-Korrespondentin. Im Jahre 1999 wechselte sie mit dem Umzug des Parlaments nach Berlin zur Illustrierten „Bunte“ als Leiterin des Korrespondentenbüros in der Hauptstadt. 2002 kehrte sie zum Springer-Verlag zurück und arbeitete bis 2004 wiederum als Parlaments-Korrespondentin für die „Welt am Sonntag“. Anschließend war sie bis 2010 als Chefkorrespondentin des Magazins „Cicero“ tätig und wechselte ebenfalls als Chefkorrespondentin bis 2018 zu „Focus Online“.

Martina Fietz war Mitglied unserer Regionalgruppe Berlin-Brandenburg. 2013 übernahm sie die Aufgabe als Beisitzerin im Vorstand von fim. Sie unterstütze den Verein in der politischen Kommunikation. Als engagierte Frau im Management konnte sie besondere Interessen und Probleme von Frauen in der Wirtschaft und der Politik sehr deutlich machen. Ihr großes Engagement für die Stärkung von Frauen ist unvergessen. Wir werden sie und ihre umsichtige Art sehr vermissen.

Die Nachricht von ihrem Tod hat uns sehr betroffen gemacht. Wir werden in Dankbarkeit und Wertschätzung an sie denken.

Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie und Angehörigen.

fim
Vereinigung für Frauen im Management e.V.
Vorstand und Mitglieder

 

(Foto: Markus C. Hurek)

2022-02-22T09:57:20+01:00Februar 21st, 2022|

Netzwerk und Engagement lohnen sich

Am 20.01.2022 fand in Stuttgart die digitale Podiumsdiskussion »fim meets #stayonboard: ›Vorstand in der Babypause – Vorbild für alle‹« mit namhaften Referent:innen statt. Anlass war eine Änderung des Aktiengesetztes mit Signalwirkung in Sachen Gleichstellung. Noch vor wenigen Monaten mussten Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften ihr Amt niederlegen, wenn sie wegen der Geburt eines Kindes, wegen längerer Krankheit oder wegen eines Pflegefalles in der Familie eine Auszeit brauchten und wenn sie die damit verbundenen Haftungsrisiken vermeiden wollten. Die Initiative #stayonboard hat eine Gesetzesänderung bewirkt, die zum am 12. August 2021 wirksam wurde. Die neue Gesetzeslage ist nicht nur ein wichtiges Signal für Frauen in Führungspositionen, sondern auch eine Bestätigung für alle Berufstätigen, dass heute Elternzeit weder für Männer noch Frauen das Aus der Karriere bedeuten muss.

Geladen hat die Regionalgruppe Stuttgart von fim unter Leitung von Brigitte Hapka. „Besonders gefreut hat uns das große Interesse unserer Mitglieder und vor allem auch Interessentinnen an der Veranstaltung. Solche hochkarätigen Formate zeichnen uns in Stuttgart aus“ so Hapka.

Organisatorin des Abends war Carmen Wittmer, die als Vorstandsvorsitzende von fim e.V. den Verein bundesweit vertritt. „Unsere Mission ist es, ambitionierte Frauen in Führungspositionen durch unser Netzwerk zu fördern. #stayonbaord ist ein prominentes Beispiel, wie durch Einsatz und Engagement in kürzester Zeit selbst eine Ge-setzesänderung möglich wurde. Wir können zusammen alles erreichen.“ schwärmt Wittmer.

fim sprach mit Dr. Jessica Jacobi, Rechtsanwältin, Partnerin KLIEMT Arbeitsrecht und Co-Initiatorin von #stayonboard, Dorothee Bär, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie und Kultur und offizielle Unterstützerin von #stayonboard und Dr. Nils Reich, Vorstand Sachversicherung AXA Deutschland und einer der offiziellen Unterstützer von #stayonboard. Als Moderatorin führte Ariane Bertz durch den Abend. Die Motive für Initiative und Unterstützung der Diskussionsteilnehmer waren unterschiedlichster Natur. Auslöser für Initiative war der medienwirksame Fall Delia Lachance. Die Gründerin von Westwings war gezwungen aufgrund der Geburt ihres ersten Kindes und ihrer Elternzeit als CEO zurückzutreten.

Dorothee Bär kennt Delia Lachance persönlich. Den Vorwurf, dass dieses Engagement ja nur einem sehr elitären Kreis betrifft, ließ sie nicht gelten. „Vorstände sind nicht elitär, sondern besonders leistungsbereit und machen es sich nicht leicht“ betonte auch Dr. Jessica Jacobi. Gerade sie haben Vorbildfunktion. Wenn die Kultur in Unternehmen sich ändern soll, müsse genau hier angesetzt werden, war die Meinung aller Diskussionsteilnehmern. „Die Gesetzesänderung war ein längst überfälliger Schritt“ so Dorothee Bär.

Nils Reich bekannte sich ganz offen, dass er ohne die Geburt seiner Zwillinge gar nicht auf den Missstand im deutschen Aktienrecht aufmerksam geworden wäre. Bei der Geburt seiner älteren Töchter war er noch nicht auf dem Vorstandsposten und konnte so regulär Elternzeit in Anspruch nehmen. Als sich dann Zwillinge ankündigten und er als Vorstand erneut Elternzeit in Anspruch nehmen wollte, belehrte ihn die Rechtsabteilung des Unternehmens eines Besseren. „So bin ich auf #stayonboard gestoßen. Natürlich habe ich mich auch durch meine individuelle Situation im Anliegen der Initiative wiedergefunden. Gleichermaßen war mir aber auch direkt klar, dass ich nicht nur zuschauen, sondern auch nachhaltig etwas bewegen möchte.“ erklärte Reich seine Motivation der aktiven Unterstützung der Initiative. „Das Aktienrecht ist ein echter Dinosaurier, das nicht mehr in unsere heutige Zeit passt und nicht unserer Lebensrealität entspricht“ bestätigte Bär.

Schnell wurden Parallelen zu gesetzlichen Vorgaben bei der Besetzung von Aufsichtsräten und Vorstandspositionen gezogen. fim e.V. ist bekennender Unterstützer der Quote und setzt sich für eine 50 Prozent Regelung ein. Auch in dieser Runde wurde die Quote kontrovers gesehen. Auf einen Nenner konnte sich aber geeinigt werden: ohne gesetzte Ziele wird sich nichts ändern. Dorothee Bär bekennt sich, zur Erfahrungsfeministin geworden zu sein. Sie sieht die Quote als Krücke, die aber nötig sei. Wir haben noch viel Luft nach oben.

EY meldete zum 1. Januar 2022, dass in der Hälfte der in einer Studie untersuchten Unternehmen nach wie vor nicht eine Frau ihren Platz in der Vorstandsetage gefunden hat. Auch die Höchstmarke von aktuell 13,4 Prozent weiblicher Vorstandsmitglieder in den 160 Unternehmen der DAX-Familie wirkt beschämend.

Den Erfolg von #stayonboard sah Dorothee Bär darin, dass zum einen der Puls der Zeit getroffen wurde. Zum anderen betonte sie aber auch, dass es eben nicht wieder „so ein Frauending“ war, für das Frauen allein kämpfen mussten, sondern dass Frauen und Männer sich gemeinsam engagiert haben.

Diesen Punk unterstrich auch Jessica Jacobi. Auch auf der politischen Bühne gab es wichtige männliche Fürsprecher aus verschiedenen Parteien. Sehr erfreulich sei auch gewesen, dass der Gesetzgeber sich nicht auf AGs beschränkt habe, sondern die Regelung ebenso für GmbHs und Europäische Gesellschaften sogenannte SEs gelte.

Fazit des Abends war: Netzwerk und Engagement lohnen sich und sind von Erfolg gekrönt, vor allem wenn Männer und Frauen sich gemeinsam einsetzen.

Pressemitteilung vom 21.01.2022 (200 KB)

2022-01-24T18:38:57+01:00Januar 22nd, 2022|

Neuwahlen fim Bundesvorstand

Hamburg 14.12.2021: fim – Vereinigung für Frauen im Management e.V. – hat am vergangenen Wochenende im Rahmen der Mitgliederversammlung einen neuen ehrenamtlichen Bundesvorstand gewählt. Der Verein setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe mit 50 % Frauen und 50% Männer in der Führung, in allen Positionen, auf allen Führungsebenen ein.

Die Position der Vorsitzenden wurde Carmen Wittmer aus der Regionalgruppe Stuttgart übertragen, zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Regina Schulz aus der Regionalgruppe Hamburg gewählt. Schatzmeisterin ist Grit Läuter-Lüttig. Als Beisitzerinnen wurden Anja Herter und Christine Ruppe ins Amt berufen.

„Gemeinsam werden wir mit fim weiterhin Türen für ambitionierte Frauen öffnen. Wir wünschen uns Wachstum für den Verein, mehr Sichtbarkeit, mehr Relevanz in der Politik aber vor allem ein starkes Netzwerk mit echtem Mehrwert für unsere Mitglieder. Dafür setzen wir uns als neues Vorstandsteam ein – dafür trete ich persönlich ein.“ Carmen Wittmer, Vorstand fim e.V.

fim verdient Zukunft! 1987 gegründet von Frau Dr. Stödter, mit der Idee, Managerinnen zu vernetzen und gemeinsam Türen zu öffnen. Durch fim habe ich Mitstreiterinnen und inzwischen Freundinnen kennengelernt. Ein offenes Ohr und vertrauensvolle gegenseitige Unterstützung haben meinen Weg geprägt. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, tatkräftig mitzuwirken, um fim weiterzuentwickeln und wachsen zu lassen.“ Regina Schulz, stellv. Vorstand fim e.V.

„In der Vielfalt liegt die Kraft. Ich genieße den Austausch mit Frauen und deren vielfältigsten Erfahrungen und gebe meine Erfahrungen genauso gern weiter. Was mir besonders wichtig ist: ein wertschätzendes Miteinander, Frauen, die überregional füreinander da sind, voneinander lernen und gemeinsam Türen öffnen.“ Grit Läuter-Lüttig, Schatzmeisterin fim e.V.

The future is fimale

Pressemitteilung (PDF 142 KB)

2021-12-22T14:44:46+01:00Dezember 19th, 2021|

„Building Bridges – Connecting Women in the Fehmarnbelt Region“

Einladung zu unserer Frauenveranstaltung am 31. Mai 2021

Bei den Fehmarnbelt Days 2021, die digital stattfinden, wird die feste Querung erstmals aus einem weiblichen Blickwinkel betrachtet: Prüfen die Frauen und Frauenverbände der Region die neuen Möglichkeiten, die der kommende Tunnel bieten wird? Sind sie vorbereitet auf neue Kontakte und Geschäfte sowie den Austausch mit Frauen auf der anderen Seite des Fehmarnbelts?

Darüber sowie über unterschiedliche Erfahrungen von Frauen in der Fehmarnbelt-Region wird in der Veranstaltung diskutiert. Das Panel ist hochrangig besetzt mit interessanten Frauen aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden. Über eine digitale Netzwerk Lounge können sich im Anschluss die Referentinnen sowie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer digital miteinander austauschen.

Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte der beigefügten Einladung.

Kostenlose Anmeldung unter: https://app.eu.veertly.com/v/fehmarnbeltdays2021
Das Programm finden Sie unter: https://fehmarnbeltdays.com/programme/

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Veranstalter: Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg; Kooperationspartner: European Women’s Management Development (EWMD), FBBC – Fehmarnbelt Business Council, Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) Hanse, Handelskammer Hamburg, HELGA STÖDTER-STIFTUNG, Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Ministerium für Justiz, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein, Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU) Landeverband Hamburg/Schleswig-Holstein, Vereinigung für Frauen im Management e.V. (fim).

 

2021-05-27T14:18:21+02:00Mai 27th, 2021|

Helga Stödter in der Dokumentation ›Die Rastatter Prozesse‹ von Judith Voelker

Im Frühjahr 1946 fanden in Rastatt vor dem Obersten Französischen Militärgericht die ›Rastatter Prozesse‹ statt. Sie gehörten zu den größten alliierten Kriegsverbrecherprozessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit der Pflichtverteidigung der deutschen Angeklagten wurde die junge Juristin Helga Kloninger betraut. Sie heiratete später den Reeder und Juristen Rolf Stödter, dessen Namen sie annahm. Helga Stödter engagierte sich zeitlebens für die Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen. Sie war Gründungsmitglied und bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 Ehrenvorsitzende von fim.

Die 45-minütige Dokumentation ›Die Rastatter Prozesse‹ von Judith Voelker wird am 17.05.2021 um 23:35 Uhr im Ersten gezeigt und ist danach für 90 Tage in der ARD-Mediathek abrufbar (eine 90-minütige Fassung des Films wurde am 4.5. auf ARTE erstausgestrahlt).

Foto: Stefanie Bruckner als Helga Kloninger, SWR/moving story media/Hans Jakobi

Pressemeldung des SWR

 

2021-05-05T12:49:30+02:00Mai 5th, 2021|
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